Lissabon, Lisboa oder Lisbon - wie der Engländer sagt.
17 09 08 - 22:07
16.09.2008, wir gönnen uns einen Tagesausflug nach Lisboa, wie wir als "Portugiesen" sagen.
Früh um 06.45Uhr geht es am Nachbarhotel los. Ein Tag voller Sehenswürdigkeiten, unzivilisierter Mitreisender und abendlicher "kaputtness" beginnt.
Es beginnt recht früh, es ist noch dunkel. ich will schlafen. Ich lasse Simmy den Vortritt ins Bad, ich bin ja ein Gentlement. Aber Simmy wird fertig ... wie ungewöhnlich ... ich muss doch raus aus den Federn. Dude hat's gut, der darf noch bleiben.
Unten in der Küche ist Frank schon zu Gange. Sina ist im Bad, so macht er die Brötchen ... es könnte ja länger dauern. Ich mache mit, Frank belegt, ich verpacke.
Es geht los, am Bus vor dem Hotel sammeln sich die Gäste für den Zubringer nach Albufeira. Die Ersten dürfen nicht einsteigen, die zweite Gruppe auch nicht.Wir dürfen, wie beruhigend. Aber keiner weiß, ob wir auch den richtigen Bus habe. No risk, no fun.
In Albufeira wartet ein Reisebus, voll mit Engländern. Freude auf unserer Seite. Aber die Reiseleiterin, vermutlich holländischem Ursprunges, wirkt sehr aufgeweckt und spricht deutsch.
Im Bus die ersten, bestätigenden Erlebnisse mit den Besuchern von der Insel. Anstand scheint um die Uhrzeit noch nicht geweckt zu sein - die letzte Nacht war wohl hart. Wir zwängen uns hinter fast zu Liegesitzen umgelegte Sitze - keine positive Reaktion der Mitreisenden. Warum auch, man hat es ja schön gemütlich. Auch andere Plätze in der letzten Reihe helfen Simmy und mir nicht - polnische Ausflüger nehmen zwar unsere Beengtheit definitiv wahr, aber die erhoffte Reaktion bleibt aus.
Nun ja, wir sind ja schwierige Situationen gewohnt. Schon von früher ... zumindest Frank und ich ... wir hatten ja nichts ... wir mussten ja betteln, um arm zu sein.
Die Fahrt gestaltet sich recht erträglich, wir arangieren uns mit der beengten Situation. Ändern läßt sich bei den von vermutlich nächtlichen Ausschweifungen gezeichneten Inselbewohnern sowieso nichts.
Die Fahrt führt quer durch Portugal - klingt weit, ist es aber nicht. Wir fahren vorbei an großem Landbesitz. Viele Kühe, hauptsächlich für die Milchproduktion in Portugal gehalten. Weiterhin Schafe und Schweine, sie dienen der Fleichproduktion. Ausserdem Korkeichen - allein 52 Produzent der weltweiten Korkproduktion deckt Portugal mit eigener Produktion ab. Und durch die Verarbeitung von ausländischen Kork kommt Portugal auf einen Weltmarktanteil von 75 Prozent. Der Abbau von Kork erfolgt im Abstand von 9 Jahren je Baum - erst dann ist die Rinde der Korkeiche für die Ernte wieder nachgewachsen. Da für die Ernte Trockenheit notwendig ist, erfolgt die Ernte nur zwischen Mai und August.
Am Eingang nach Lisabon erwartet uns der Anblick und das Überfahren einer beeindruckenden Brückenkonstruktion. Angelehnt an die Golden-Gate-Bridge wurde im Jahr 1966, noch während der Diktatur unter Oliveira Salazar, die "Ponte 25. de Abril (Brücke des 25.April)" - ursprünglich "Ponte Salazar" oder auch "Ponte sobre o Tejo" - erbaut. Sie bietet beim Überfahren einen fantastischen Blick über die Hafenbucht. Rechter Hand sieht man vor dem Befahren der Brücke auf einem Hügel eine Statue, welche der "Cristo Redentor", dem Wahrzeichen von Rio de Janeiro nachempfunden ist. Wie über unsere Reiseleiterin zu erfahren war, wurde diese Statue "Cristo Rei" Portugal von der katholischen Kirche angeboten und später auch erbaut, sollte sich das Land im zweiten Weltkrieg neutral verhalten.
Im Anschluss folgt das übliche Touristen-Programm. Aussteigen, schauen, Foto, einsteigen. Schade, denn man stapelt sich mit einer Vielzahl anderer Touristen, welche in Massen per Bus nach Lisboa "gekarrt" werden.
| Von Ein Tag in Lissabon - Portugal 2008 |
Am Turm von Belém wird kurz Halt gemacht, dann geht es weiter zum "Padrão dos Descobrimentos", einem Denkmal zur Ehren der großen Seefahrer und Entdecker. Anschliessend geht es durch eine Unterführung zu Fuss auf die gegenüberliegende Straßenseite. Hier liegt das "Hieronymus-Kloster", und in der kostenfrei begehbaren Kirche rechter Hand findet man neben dem theoretischen Grab des Dichters "Camões" (seine sterblichen Überreste wurden nie gefunden). Linker Hand befindet sich das Grabmal von "Vasco da Gama".
Weiter geht es im Bus in die Altstadt und wir werden am Platz "Rossio" abgesetzt. Von hier aus beginnen wir den Weg zum "Castelo Sao Jorge", von welchem man einen fantastischen Blick über die Stadt hat. Zu Fuss ist man am schnellsten, auch wenn der Aufstieg recht steil ist. Alternativ bieten sich Taxi, oder die "Tram-Linie 28" an.
Nach der tollen Aussicht über die große Stadt und der Erkenntnis, daß wir den "Elevador de Santa Justa", ein Fahrstuhl, welcher die Unterstadt mit der Oberstadt verbindet, als Aussichtsplattform dient und von einem einstigen Schüler Gustave Eifels erbaut wurde, nicht besuchen werden, da die Überfüllung aus der Ferne schon zu sehen ist.
Es geht weiter durch die Straßen und Gassen. Leider mit einer leichten Ernüchterung, denn ausser den Denkmälern und Sehenswürdigkeiten bietet zumindest die Unterstadt rund um den Rossio nicht viel Flair. Da wir leider nur 3h Aufenthalt hatten, konnte eine eventuelle Änderung am Abend oder gar am Wochenende nicht geprüft werden. Schade.
Zum Ausklingen begeben wir uns in das berühmte "Cafè Nicola" und geniessen neben Cola und Bica auch eine Cerveja. Alsdann geht es auch bald mit dem Bus und den "lieben" Mitreisenden zurück an die Algarve, welche wir nach ca 3h wieder erreicht haben.

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